Inforadio Jena

Friede, Freude, Eierkuchen? Nicht mit uns!

Stellungnahme der “Association Pomme de Terre” zum geplanten Vortrag sowie zum Verbot durch den Stura

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Am Dienstag wurde auf einer Sturasitzung beschlossen, dass es dem Referat gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit verboten ist, unseren Vortrag zu unterstützen. Natürlich findet der Vortrag trotzdem statt. Die neuen Räumlichkeiten werden anfang nächster Woche bekanntgegeben. Doch was bringt den Stura der FSU dazu, diesen Vortrag verbieten zu wollen. Uns liegt ein Zettel vom Stura-Vorstand vor, indem versucht wurde, zu begründen, warum Justus Wertmüller „Rassist“ sei. Doch der Wisch der uns vorliegt ist nichts weiter, als ein Copy&Paste Produkt verschiedener Wikipedia-Artikel und Auszüge aus verschiedenen Gesetzen. Von einem Universitätsorgan hätten wir mehr erwartet. Auf Grundlage dieser „Scheinbegründung“ ist nicht mal ein Diskussionfundament zu entnehmen, auf dessen Grundlage eine weiterführende Diskussion möglich wäre. In der Stura-Sitzung wurden dann noch einige „Zitate“ von Justus Wertmüller vorgelesen, von denen hier nur auf eins eingegangen werden soll. Wertmüller hat in einem Text zum Dresdener Kopftuch-Mord folgendes geschrieben: „Es ging im Dresdener Kopftuch-Mord keineswegs um eine ägyptische Pharmazeutin mit einer Vorliebe für hässliche Kleidung und noch nicht einmal um einen russlanddeutschen Mörder mit Vorlieben für eine ostzonale Regionalpartei.“ In diesem Satz gibt es laut Sturavorstandsmitglied Carola Wlodarski-Simsek zwei Wörter, die eindeutig rassistisch sein. Wir fragten uns welche Wörten es denn seien. Für die, denen auch noch nicht klar ist, was hier rassitisch sein soll, hier die Lösung: Für Carola Wlodarski-Simsek sind die Wörter „hässliche“ und „Kleidung“ rassitisch. Warum? Kein Ahnung! Frau Wlodarski-Simsek scheint hier etwas zu verwechseln. Kleidung ist, auch wenn sie auf religiöser Grundlage basiert, kein Kriterium für Rassismus.
Wir finden es bedauernswert, dass es dem Stura nicht möglich ist, eine breite Meinungsbildung zuzulassen. Anscheinend stützt sich der Stura lieber auf persönliche Empfindungen einzelner Mitglieder, die anscheinend ein persönliches Problem mit Justus Wertmüller haben, aber nicht in der Lage sind, kritische Beiträge zu leisten. Aus diesem Blickwinkel mag es dann auch nicht verwundern, wenn Medienwissenschaftlerinnen eingeladen werden, die einen leichten Hang zu Verschwörungstheorien und unterschwelligem Antisemitismus haben.
Wie wir gerade erfahren haben, gibt es zwei weitere Anekdoten des Sturas. Einerseits soll die Initiative „Stop the Bomb“, die sich gegen Geschäfte mit dem iranischen Regime und für die Opposition engagiert, rassistisch sein. Auch hier ist unsere Frage an den Stura: Bitte was?? Andererseits gab es den Versuch, einer am Freitag Abend stattgefunden Diskussion mit Exil-Iraner_innen, im letzten Moment, ebenfalls unter fadenscheinlichen Gründen, die Finanzierung zu kappen. Wir fragen uns, was der Stura erreichen will? Er stellt obskure Verdächtigungen gegen eine Initiative, die sich gegen den klerikalfaschistischen Iran engagiert, und gegen Exil-Iraner_innen auf, die er nicht begründen kann. Es scheint so, dass der Stura, oder zumindest einige Mitglieder, Solidarität mit dem herrschenden Regime im Iran üben und versuchen alle kritischen Initiativen dagegen in den Dreck zu ziehen. Für uns ist hingegen klar: Solidarität mit „Stop the Bomb“, den Exil-Iranner_innen und Israel, gegen reaktionäre und antisemitische Stimmungen im Stura und in der Gesellschaft!

Quelle

Written by Inforadio Jena

Februar 12th, 2011 at 9:17 am

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