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Friede, Freude, Eierkuchen? Nicht mit uns!

Archive for the ‘Allgemein’ Category

Beiträge von uns:

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noalquds
Beitrag zum Noalquds Tag am 27.8 in Berlin.

traume versenken
Beitrag zur Demo Träume versenken in Hamburg.

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August 13th, 2011 at 12:12 pm

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Nächste Sendung

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Das iranische Regime, der arabische Aufbruch und die Bedrohung Israels – Sendung
15.07.2011 – 17h

Bericht vom BAK shalom zum Vortrag:

Auf Einladung mehrerer linker Gruppen aus Erlangen und Bayern referierte am 8. Juli 2011 Stephan Grigat, Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien und Autor mehrerer Bücher vor mehr als 80 interessierten Zuhörern im großen Saal der VHS über die wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen zwischen dem Iran und anderen Staaten. In dem Vortrag wurden Charakteristika der islamischen Diktatur aus Ajatollahs und Pasdaran skizziert und die Bedrohungssituation für die Staaten im Nahen Osten, insbesondere Israel, dargestellt. Die deutsche Unterstützung für das Regime in Teheran wurde ebenso beleuchtet wie die globale Bündnispolitik von Ahmadinejad und Khamenei. Zudem war die Bedeutung der aktuellen Entwicklungen in den arabischen Ländern für die Sicherheit Israels einerseits und die Expansionsbestrebungen des iranischen Regimes andererseits ein wichtiges Thema.

In der anschließenden Diskussion wurde die aktuelle Entwicklung wie der Panzerverkauf an Saudi-Arabien, die Rolle der Banken bei der Umgehung der UN-Sanktionen ebenso beleuchtet, wie Rolle des Siemenskonzerns bei der Ausrüstung iranischer Atomanlagen und de Lieferung von Telekommunikations-Überwachungsgeräten zur Verfolgung der iranischen Opposition. Die von Nokia Siemens Network entwickelte Technik kann Datenpakete in Sekundenbruchteilen öffnen, den Inhalt durchsuchen und weiterreichen. Diese Überwachung spielte eine wesentliche Rolle bei der blutigen Niederwerfung der iranischen Protestbewegung 2009.

Besonders erfreulich war die rege Teilnahme exiliranischer Diskutanten. Auch nach zweieinhalb Stunden waren nicht alle Fragen erschöpfend beantwortet, die Anwesenden konnten aber viele neue Informationen und Denkanstöße mitnehmen.

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Juli 12th, 2011 at 12:08 pm

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Und los gehts!

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So, nachdem unsere erste Liveseundung krankheitsbedingt ausfallen musste, geht es kommenden Freitag dann aber endlich los. Die Themen sind noch nicht ganz klar, es könnte eventuell zu der schon seid längerem angekündigten Hip-Hop Sendung kommen. Falls es wieder nicht klappt, werden wir uns erneut mit Antiziganismus befassen oder aus aktuellem Anlass mit den Protesten in Nordafrika.

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Januar 30th, 2011 at 3:34 pm

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Fester Sendeplatz!

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Ab dem nächsten Jahr, genauer gesagt ab dem 21.01.2011 haben wir einen festen Sendeplatz beim Offenen Kanal. Damit senden wir ab dem genannten Datum jeden ersten und dritten Freitag im Monat von 17-18 Uhr.

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Dezember 9th, 2010 at 10:47 pm

BFR-Kongress

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Einladung zum Kongress Freier Radios in Leipzig

Liebe Radiomachende,Radio Blau, das Freie Radio in Leipzig, und der Bundesverband Freier Radios laden Euch herzlich zum diesjährigen BFR-Kongress ein. Der Kongress findet vom 29. bis zum 31. Oktober in Leipzig statt.

…Wir hoffen auf interessante Diskussionen, viele Anregungen und nette Begegnungen und wünschen uns und Euch viel Spaß an diesem Wochenende.

Bislang stehen drei Workshops für den Samstag fest: Netzwerk XX lädt alle queer-feministischen Redaktionen zum Vernetzungstreffen nach Leipzig ein. In einem weiteren Workshop sollen die aktuellen medienpolitischen Entwicklungen auf europäischer Ebene und eine mögliche Positionierung des BFR zu ihnen diskutiert werden. Ein dritter Workshop bietet den Raum, sich über technische Fragen auszutauschen. Bisher stehen Open-Source-Lösungen für die Sendeautomation und MediaExchange, ein System zur Archivierung und zum Austausch von Mediendateien, als Themen fest.Bereits am Freitagabend zum Auftakt findet wieder die bewährte BFR-Debatte statt. Als Thema wurde bisher ein gemeinsames Mantelprogramm von und für alle Freien Radios eingebracht. Den Abschluss bildet am Sonntag wie gewohnt die Mitgliederversammlung des BFR.Selbstverständlich könnt Ihr weiterhin eigene Themen in den Kongress einbringen. Bitte gebt uns frühzeitig Bescheid, damit wir Räume für Euch bereitstellen können.Unter www.radioblau.de/bfr-kongress wird das Programm laufend aktualisiert. Außerdem findet Ihr dort weitere Informationen wie zum Beispiel Anfahrtspläne und Ihr könnt Euch online anmelden.
Wir freuen uns auf das Kongresswochenende mit Euch!
Herzliche Grüße aus Leipzig
Das Orga-Team

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Oktober 26th, 2010 at 1:03 pm

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Schwarz. Rot. Gold …sind nicht mal alles Farben!

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Antinationalistische Veranstaltungsreihe und Demonstration in Jena

Nationale Feierlichkeiten gibt es in diesem Jahr zu Hauf: Die Fußball-WM führte zu wochenlangem Ausnahmezustand in den Städten der Republik, jedenfalls bis zum Ausscheiden der deutschen Mannschaft. Die Nation, in der alle Papst, Lena oder überhaupt Deutschland sind, feiert sich regelmäßig zum 3. Oktober. Zum 20-jährigen Jubiläum des „Tages der deutschen Einheit“ wird der Wiedererrichtung der gesamtdeutschen Nation gedacht. Das auf der Basis einer Blutsgemeinschaft konstruierte „deutsche Volk“ ist endlich wieder in einem einzigen Staat zu Hause – Einigkeit, Recht und Freiheit – zumindest für die Menschen, die das Wort „deutsch“ in ihrem Ausweis stehen haben.
Die Reihenfolge ist auch dabei nicht zufällig: Freiheit, auf der ein emanzipatorisches Leben aufbaut, steht hier an letzter Stelle, zuvor kommt das Recht und über Allem steht die Einheit als Selbstzweck. Seine historische Entsprechung fand dieser Zweck in der „Wiedervereinigung“ 1990.

Die Fußballherrennationalmannschaft wird als Vorzeigebeispiel für gelungene Integration gefeiert1, Demokrat_innen blockieren Naziveranstaltungen und der Bundeskanzler ist eine Frau. Dass diese Gesellschaft das Gegenteil von Emanzipation ist, zeigt sich nicht
an Hitlergrüßen und der „Deutschland über alles“ Hymne2, sondern beim täglichen Blick aus dem Fenster. Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und sozialdarwinistisches Denken sind der nationale Normalzustand3.
Die kapitalistische Gesellschaft reproduziert sich und diese unerträglichen Zustände jeden Tag aufs Neue – Entkommen ausgeschlossen. Leistungsprinzip und Profitstreben werden sozialisiert, dabei gaukelt Demokratie Mit- und Selbstbestimmung vor. „Linke“ Parteien und Gewerkschaften sind ein Teil dieser Illusion.

Diese Nation also feiert sich selbst und Jena feiert mit, denn schließlich haben die Farben des Jenaer reaktionären Männerbundes, der Urburschenschaft Arminia auf dem Burgkeller, ihren Wiederhall in der deutschen Nationalfahne gefunden4. Passend zum deutschen Nationalfeiertag soll am 3. Oktober eine Ausstellung mit dem Originalfetzen „als ein besonders spannendes Stück deutscher Erinnerungskultur“5 eröffnet werden. Ganz vorne dabei ist in der Diskussion um die Wiege der Nationalfahne die Initiative „Jenaer Symposium“, die aus diesem Grund ein Nationalmuseum in Jena fordert6.
Die „deutschen Farben“ stehen jedoch keinesfalls für ein fröhliches, weltoffenes und friedliches Deutschland7, sondern sind Symbol für Abgrenzungsmechanismen und Gewalt nach Außen sowie Diskriminierung und Repression nach Innen, Symbol für einen Nationalstaat im Kapitalismus. Deutscher Nationalstolz wird von den Opfern des Nationalsozialismus, Ihren Kindern und allen, für die das deutsche Wesen8 nur die Freiheit der Anderen ist, immer als Gefahr verstanden werden. Eine Tatsache der sich keine noch so optimistische und euphorische Gesellschaft von Gutmenschen verschließen darf. Deutschland kann nicht ohne Auschwitz gedacht werden.

Die Öffentlichkeit und Medienwelt sieht jedoch anders aus: Nationale Identität wird positiv aufgeladen, sodass der angeblich geläuterte deutsche Staat und seine Bürger_innen wieder stolz sein dürfen. 60 Jahre nach dem Nationalsozialismus sei schließlich ein Schlussstrich zu ziehen. Dieser bedeutet für viele nicht einmal nur das Abschließen mit dem Nationalsozialismus, sondern im Gegenteil: Deutschland wird als Erinnerungsweltmeister dargestellt: man habe die Vergangenheit hervorragend aufgearbeitet und die Bundeswehr zöge nicht trotz, sondern wegen Auschwitz in Kriegseinsätze.9

Angesichts dieser Zustände ist es dringend notwendig die Waffe der Kritik zu schärfen. Daher veranstalten wir im Herbst 2010 unter dem Titel „Schwarz. Rot. Gold. …sind nicht mal alles Farben“ eine Veranstaltungsreihe zu verschiedenen Aspekten des Nationalismus. Den Höhepunkt der Kampagne bildet die kritische Demonstration am 3. Oktober. Themen der Veranstaltungsreihe werden sein:

  • Nationalismus und Kapitalismus
  • Die Besonderheit des Deutschen Nationalismus und internationaler Vergleich
  • Geschichte der Burschenschaften und Nationalismus
  • die Sonderrolle Israels
  • Alle interessierten Menschen sind eingeladen, sich weiterzubilden, zu diskutieren und an der Demonstration teilzunehmen.

    Kommt nach Jena für eine kraftvolle Demonstration gegen Nationalismus, Kuschel-Patriotismus und Kapitalismus, für eine emanzipierte Gesellschaft!
    Nie wieder Deutschland!
    Nationaler Normalzustand ist nicht erträglich!

    ______________________________________________

    1. z.B. Pressemitteilung der Nachrichtenagentur dts „Angela Merkel: Nationalmannschaft ist Vorbild für Integration“ http://tinyurl.com/333w3kz [zurück]
    2. Erster Satz der ersten Strophe der Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland [zurück]
    3. Vgl. Heitmeyer, W.: Deutsche Zustände. Folge 9. Suhrkamp Verlag (2010) [zurück]
    4. Die Burschenschaft Arminia und ihre „Insignien“ http://www.burgkeller-jena.de/geschichte/insignien/ [zurück]
    5. Die Ausstellung im Stadtmuseum Jena http://tinyurl.com/32jwqam [zurück]
    6. Verein Jenaer Symposium http://www.symposium.ag/srg/?cat=59 [zurück]
    7. Kristian Philler (Symposium Schwarz-Rot-Gold“ auf Jenapolis http://tinyurl.com/3xksm6d [zurück]
    8. Aus „Deutschlands Beruf“ von Emanuel Geibels: „es mag am deutschen Wesen [..] die Welt genesen“ [zurück]
    9. Rede Joschka Fischers zum Kosowoeinsatz der Deutschen Bundeswehr http://tinyurl.com/3yscaw [zurück]
    Quelle

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    September 10th, 2010 at 9:27 am

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    Kein Volk – Kein Fest – Kein Volksfest

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    Auch dieses Jahr findet wieder das Fest der Völker in Pößneck statt. Und auch dieses Jahr wird es wieder ein Volksfest gegen Nazis geben, ob als Bratwurstessen oder Blockade (In Dresden bezeichnete sich 2010 die Hauptblockade am Albertplatz selbst als „Volksfest“. ).
    Wie auch beim „Trauermarsch“ in Dresden oder anderen nazistischen Großveranstaltungen geht es bei den Gegenaktivitäten nicht um eine Kritik rassistischer, antisemitischer, sexistischer oder anderweitig diskriminierender Ideologien, sondern in erster Linie um eine Abgrenzung von diesen „bösen Randerscheinungen“, für die vermeintlich nur die Nazis stehen. Dass solche ausgrenzenden Denkmuster auch fest in den Köpfen so mancher Nazi-Gegner verankert sind, bleibt dabei erstmal unreflektiert. Der „Kampf gegen die Rechtsextremisten“ wird zum Sinnbild der geläuterten, demokratischen Nation. Antifaschistische Gruppen bauen gewollt oder ungewollt an diesem Bild eines „neuen“ Deutschland mit, wenn ihre radikale Kritik Pragmatismus weicht.

    Völkisches Erfolgsrezept…
    Das „Fest der Völker“ ist einer der jährlichen Höhepunkte faschistischer Aktivitäten in Thüringen. Nazi-Kader reisen aus ganz Europa an um hetzerische Reden zu schwingen und ein Rechtsrockkonzert unter dem Schutz des Versammlungsrechts durchzuführen. Die Nazi-Veranstaltung, die ursprünglich in Jena etabliert werden sollte, wich nach massivem Widerstand 2008 nach Altenburg aus, um schließlich 2009 im Pößnecker Schützenhaus zu landen, einem Anwesen des verstorbenen Nazi-Rechtsanwalts Jürgen Rieger. Pößneck ist auch 2010 Austragungsort dieses Nazievents.
    Was das „Fest der Völker“ für die Naziszene so attraktiv macht, ist die Mischung aus politischer und subkultureller Veranstaltung. Auch Nazikadern leuchtet ein, dass der „rechte Rand“ dieser Gesellschaft sich zu einem großen Teil apolitisch verhält. Durch ihr Rechtsrockangebot ködern jene bei derartigen Veranstaltungen auch den schwerer erreichbaren Teil der rechtsorientierten Jugend.
    Das „Fest der Völker“ hat eine überregionale, sogar europaweite Bedeutung. Hier werden die Kontakte zu anderen faschistischen Organisationen gepflegt. Durch den starken Rechtsruck in osteuropäischen Ländern wie Ungarn, Bulgarien und der Slowakei erhofft sich die deutsche faschistische Szene neue Impulse. Zudem wird durch das „FdV“ ein „Europa der Vaterländer“ beschworen, welches seinen politischen Ausdruck in der „Europäischen Nationalen Front“ (ENF) finden soll, einer politischen Parteienplattform auf der Ebene des Europaparlaments, in der sich zahlreiche rechtsnationalistische und faschistische Parteien tummeln.

    Hauptsache gegen Nazis?
    Das „Fest der Völker“ wurde von Anfang an durch antifaschistischen Widerstand begleitet und behindert. Es entstanden breite Bündnisse, in denen antifaschistische Gruppen, kirchliche Zusammenhänge, Gewerkschaften und Parteien bis tief in die liberal bürgerliche Zivilgesellschaft hinein organisiert waren. Diese entfalteten zwar eine hohe Mobilisierungskraft, standen jedoch stets im Spannungsverhältnis deutlicher Widersprüche. Diese Widersprüche bestanden und bestehen in der unterschiedlichen Intention der verschiedenen politischen Akteure, gegen Naziveranstaltungen vorzugehen. Zunehmend wurden diese Widersprüche durch einen „Minimalkonsens“ gedeckelt, der nur noch aus dem gemeinsamen Ziel der Verhinderung dieser Veranstaltungen bestand und stets absolute Gewaltfreiheit beschwor. Die öffentliche Wahrnehmung wurde dabei mehr und mehr durch diejenigen dominiert, die die beste PR lieferten: Parteipolitiker_innen und Funktionäre der jeweilig beteiligten Organisationen. Eine weitergehende Kritik an den bestehenden Verhältnissen, zu denen Nazis nur einen Teil der Unzumutbarkeiten beitragen, und die eigentliche Ursachensuche blieben dabei auf der Strecke.
    Teils bestand der Antrieb für ein diffuses „bunt statt braun“ nur darin, Imageschaden von der jeweiligen Region fern zu halten, ohne die Schnittmenge der politischen Positionen von Nazis und der angeblichen „Mitte“ wahrnehmen und thematisieren zu wollen. Eklatant sichtbar wird diese Verweigerung am Beispiel von Dresden.

    Destroy the spirit of Dresden
    Die wachsende Bedeutung und Größe der Naziaufmärsche um den 13. Februar in Dresden beruht auf dem kollektiven Opfermythos im öffentlichen Bewusstsein der Stadt. Als Rüstungsstandort, Garnisonsstadt und Verkehrsknotenpunkt war Dresden ein legitimes militärisches Ziel. Basierend auf der NS-Propaganda entstand der Mythos der unschuldigen Stadt, welcher sich bis heute in der kollektiven Halluzination deutscher Täter hält. Städtische Historikerkommissionen schufen einiges an historischer Klarheit, doch das kollektive Gedenken an die eigene Opferrolle bleibt ungebrochen. Was die Offiziellen der Stadt Dresden von den Nazis trennt, ist das zerknirschte Schuldeingeständnis des bürgerlichen Lagers.
    Die Mobilisierung zu den Gegenveranstaltungen des Naziaufmarschs in Dresden umschifft den Opfermythos. Es wird lediglich der Geschichtsrevisionismus der Nazis thematisiert, nicht jedoch warum gerade Dresden für sie so attraktiv wurde. So war es auch bezeichnend, dass am 13. Februar 2010 am Hauptblockadepunkt das Lied „wir sind wir“ von Peter Heppner und Paul van Dyk aus den Boxen dröhnte. Dieses geschichtsrevisionistische Machwerk, lässt die deutsche Geschichte auf den Trümmerfeldern des 2.Weltkrieges beginnen und feiert die überlebenden Deutschen als fleißig-redliche Stehauf-Menschlein. Etliche im Fernsehen interviewte Blockierer_innen gaben auch offen zu, dass es ihnen um das „wahre“ Gedenken in Dresden gehe, das vor Nazis beschützt werden müsse.
    Wenn schon kein Schlussstrich unter die Geschichte gezogen werden kann, dann soll zumindest die Läuterung der Nation als Legitmation der neuen Weltmacht Deutschland herhalten. Das neue nationale „WIR“ legitimiert sich über ein antinazistisches Feigenblatt. An diesem Nation-Building der Berliner Republik beteiligen sich, bewusst oder unbewusst, auch antifaschistischen Zusammenhänge.

    Den Minimalkonsens kündigen
    Für eine radikale Linke ist im Minimalkonsens der Nazi-Gegner_innen kein Platz. Mögen sich manche aus strategischen Gründen Schwungmasse und erfolgreiche Events versprechen, die Konzentration auf Nazis als die „Schmuddelkinder“ der Nation blendet jede weitergehende Gesellschaftskritik pragmatisch aus. Nazis sind Teil der bürgerlichen Ideologie und vertreten einen Großteil jener Werte, die auch der politische Mainstream hochhält: den positiven Bezug zu Nation, abstrakter Arbeit, Verwertungslogik sowie autoritärem Denken.
    Sahen sich Nazis Anfang der 90er als die Vorkämpfer_innen aller Deutschen in der Bekämpfung von Linken und Asylbewerber_innen und fehlten Politiker_innen aller Parteien Berührungsängste, sind Nazis mittlerweile politisch geächtet. Für die faktische Abschaffung der Asylgesetzgebung in den 90ern waren sie nützliche Stichwortgeber_innen.
    Jetzt, im Jahr 2010, sitzt der Bundestagsvizepräsident in der ersten Reihe der Blockade einer Nazidemo und lässt sich von der Polizei wegtragen. Antifaschistische Gruppen müssen nicht mehr um die öffentliche Wahrnehmung rechter Gewalt kämpfen, die Gefahr „national befreiter Zonen“ muss nicht mehr erklärt werden. Das einzige, mit dem man sich wieder auseinandersetzen muss, ist die erneute Beschwörung des Extremismusbegriffs, der noch immer ideologischer Blödsinn ist.
    Es ist Zeit aus der angestammten Rolle auszubrechen. Reaktionäres Denken grassiert auch abseits der subkulturell faschistischen Biotope. „Volkes Wille“ manifestiert sich zunehmend in skurrilen Wählergemeinschaften und Bürgerinitiativen, sowie antisemitisch verbrämten und verschwörungstheoretischen Weltbildern.
    Der modernisierte Nationalismus mag einige Ressentiments überwunden haben und so dürfen auch Schwarze für Deutschland Tore schießen und mit der Tricolore wedeln. Die Ausgrenzungs- und Verwertungsmechanismen jedoch verschärfen sich, Zwangsmaßnahmen gegen Migrant_innen und Hartz IV-Bezieher_innen haben nichts mit Freiheit zu tun, sondern sind die logische Folge des kapitalistischen Systems.
    Gleichzeitig kommt es zu einer verschärften Repression und Ächtung gegenüber jenen, die dieses System für überwindenswert halten. Die Überwachungsgelüste der Sicherheitsorgane überflügeln orwellsche Phantasien.
    „Wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll vom Faschismus schweigen.“, brachte es Horkheimer einmal auf den Punkt. Eine Linke, die sich dieser Realität nicht stellen will, kann dann auch in Blockaden „wir sind wir“ mitsingen und dabei gutmenschelnd mitschunkeln.

    Ohne uns. Unser Minimalkonsens heißt radikale Kritik.
    Kommt zur antifaschistischen Demonstration am 10.09.2010 in Jena!
    Kein Volk, kein Fest, kein Volksfest – destroy the spirit of Dresden!

    Quelle und weitere Infos

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    August 28th, 2010 at 12:00 pm

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    No-go-area Deutschland: Fußball-WM-Special

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    ZWI local bureau Berlin/KONKRET-Redaktion

    Neonazi-Randale, Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und drei Tote: so die Bilanz des „fröhlichen Partyotismus“ bis zum Aus der deutschen Nationalmannschaft im Halbfinale der Fußball-WM. Aus gegebenem Anlaß präsentiert KONKRET diese Spezialausgabe der Chronik aus dem ganz normalen „Fußball-Deutschland“.

    07.07.2010 – HALBFINALAUS

    In der Magdeburger Innenstadt randalieren nach der deutschen Niederlage rund 200 Neonazis. Sie skandieren faschistische Parolen, setzen Mülltonnen in Brand und greifen die anrückende Feuerwehr an. Die Polizei nimmt rund 80 Personen in Gewahrsam, gegen ein Dutzend von ihnen wird Strafanzeige erstattet.

    Quelle: Stern.de

    Die Polizei in Ahlen (NRW) verhindert nach dem Abpfiff eine Stürmung des spanischen Restaurants „Las Tapas“. Eine Gruppe Deutscher hatte sich vor dem Lokal versammelt und Parolen skandiert. Drei Jugendliche werden festgenommen.

    Quelle: „Münsterländische Volkszeitung“

    In Mühlhausen (Thüringen) stirbt ein 21jähriger nach einer Messerattacke. Bei einem vorangegangenen Streit mit dem 20jährigen Tatverdächtigen „sei es wohl um Fußball gegangen“, teilt die Polizei mit.

    Quelle: ad-hoc-news.de

    Ein alkoholisierter Deutschland-Fan greift in Karlsruhe zwei Polizisten mit Kopf- und Kniestößen an und wird, wie auch mehrere andere Randalierer, festgenommen. In Schwäbisch-Gmünd schlägt ein Mann auf ein Ehepaar ein, das ihn daran hindern will, sein Deutschland-Trikot an ihrem Zaun zu verbrennen. In Albstadt verursacht ein 18jähriger einen Verkehrsunfall, indem er sich mit mit einer Deutschland-Fahne einem Autokonvoi feiernder Spanier entgegenstellt und damit eine Fahrerin zum Ausweichen nötigt, die daraufhin mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammenstößt.

    Quelle: „Stuttgarter Zeitung“

    Nach dem Verbrennen eine spanischen Flagge durch deutsche Zuschauer kommt es in Saarbrücken beinahe zu einer Massenschlägerei zwischen rund 40 spanischen und 200 deutschen Fans. Die Polizei muß die beiden Gruppen auseinanderdrängen. Später in der Nacht zünden Unbekannte mehrere Mülleimer in der Innenstadt an.

    Quelle: „Saarbrücker Zeitung“

    In Trier werfen frustrierte Deutsche Abfallbehälter um, zerreißen an der Straße abgestellte Wertstoffsäcke und verteilen den Müll auf der Straße. Ein 18jähriger wird festgenommen, nachdem er eine Gruppe feiernder Spanier mit Tritten und Schlägen angegriffen hatte.

    Quelle: „Trierischer Volksfreund“

    Die Berliner Polizei meldet nach dem 0:1 im Spiel Deutschland-Spanien 52 vorübergehende Festnahmen rund um die offizielle Fanmeile. Die Vorwürfe: „Körperverletzung, Beleidigung, Sachbeschädigung, Pyrotechnik.“ Es habe mehr Vorfälle gegeben als bei den vorhergegangenen Deutschland-Spielen. Insgesamt sei die Stimmung aggressiver gewesen.

    Quelle: „Tagesspiegel“

    Nach der deutschen Halbfinalniederlage nimmt die Krefelder Polizei einen alkoholisierten Mann in Gewahrsam, nachdem dieser in einer Gaststätte randaliert hatte. Außerdem wird gegen einen 20jährigen ein Strafverfahren eingeleitet, der an drei Autos die Außenspiegel abgetreten hatte. Dabei verletzte er sich selbst so schwer, daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte.

    Quelle: Pressemitteilung der Polizei

    In Maulburg bei Lörrach (Baden-Württemberg) randaliert nach dem Abpfiff eine „größere Personengruppe“ am Bahnhof. Die Polizei nimmt mehrere Verdächtige unter dem Vorwurf der Sachbeschädigung fest. Auch in Ludwigsburg und Reutlingen kommt es zu Ausschreitungen frustrierter Deutscher.

    Quelle: „Südkurier“, „Heilbronner Stimme“, „Reutlinger Generalanzeiger“

    In Regensburg (Bayern) zieht eine Gruppe Skinheads Naziparolen rufend durch die Innenstadt. Anschließend randalieren sie in einer Gaststätte und schlagen den Barkeeper zusammen. Die herbeigerufene Polizei nimmt fünf Verdächtige fest, von denen einer bei der Festnahme unablässig „Heil Hitler!“ brüllt. In Ingolstadt greifen Deutschland-Fans spanische und andere „südländisch aussehende“ Zuschauer an.

    Quelle: „Abendzeitung“, Radio IN

    In Hagen, Bochum, Dortmund und Köln kommt es nach dem Halbfinalspiel zu Ausschreitungen; wiederholt werden Autokorsos spanischer Fans mit Flaschen und Steinen angegriffen. Auch im Kreis Mettmann kommt es zu Angriffen auf feiernde spanische Fans. Fünf Personen werden wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und anderer Delikte festgenommen. In Lüdenscheid machen Deutsche Jagd auf Träger spanischer Flaggen, in Düsseldorf werden feiernde Spanier mit dem Ruf „Raus aus Deutschland!“ angepöbelt.

    Quelle: „Der Westen“, Pressemeldung der Polizei, RP online, „Lüdenscheider Nachrichten“

    07.07.10

    Bereits vor dem Spiel Spanien-Deutschland greifen rund 50 Neonazis die Bewohner des Bauwagenplatzes Kommando Rhino in Freiburg mit Faustschlägen, Flaschen- und Steinwürfen an. Dabei skandieren sie nationalistische und homophobe Sprechchöre.

    Quelle: Autonome Antifa Freiburg

    06.07.10

    Eine Gruppe Neonazis versammelt sich auf dem Hamburger Kiez in der Nähe der Reeperbahn und greift ein von Linken bewohntes Haus mit Flaschenwürfen an, an dem ein Transparent mit der Aufschrift „Deutschland verrecke!“ hängt. Die Polizei räumt schließlich die Straße vor dem Haus.

    Quelle: npd-blog.info

    05.07.10

    Nach einem Streit über die Anzahl deutscher und italienischer WM-Titel schießt ein Mann in einer Kneipe in Hannover zwei italienische Staatsbürger nieder; beide Opfer sterben an ihren Verletzungen. Der mutmaßliche Täter, ein 42jähriger Deutscher, stellt sich später auf Mallorca der Polizei.

    Quelle: Welt online

    04.07.10

    Die Reisebürokette STA Travel belohnt nationale Gesinnung mit geldwerten Vorteilen. In einem Newsletter der Firma heißt es: „Wir schenken allen Deutschland-Fans einen 50-Euro-Gutschein! Komme mit dem Gutschein in deinen Shop und zeig uns, dass du auch im WM-Fieber bist (z.B. im Deutschlandtrikot, Deutschlandfarben auf der Wange oder Fähnchen in der Hand). Wir wünschen dir noch viel Spaß beim Feiern!“

    Quelle: STA Travel

    03.07.10

    In der Frankfurter Commerzbank-Arena zeigt eine Gruppe offen auftretender Neonazis beim „Public Viewing“ während des Spiels Argentinien-Deutschland den Hitlergruß. Die Polizei schreitet nicht ein. Bereits beim „Public Viewing“ auf dem Frankfurter Rossmarkt bei einem vorangegangenen Deutschland-Spiel wurde nach Auskunft eines Polizisten ein Mann festgenommen, der sich ein großes Hakenkreuz auf den Körper gemalt hatte. Die Polizei war nach eigenen Angaben von einem Pressevertreter darauf aufmerksam gemacht worden, niemand der Feiernden hatte auf das Zeigen des Nazisymbols reagiert beziehungsweise war dagegen eingeschritten.

    Quelle: Störungsmelder

    28.06.10

    Auf der sogenannten Fanfeier in Berlin nimmt die Polizei 75 Deutsche wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und Diebstahl fest, unter ihnen auch 23 rechte Cottbusser Hooligans, die auf der Straße des 17. Juni zwei Rauchgasbomben gezündet hatten.

    Quelle APN

    28.06.10

    Ein deutscher Fußballfan wirft in Wurzen (Sachsen) ein 15 Jahre altes Mädchen aus einem Zug. Er steigt in die Regionalbahn ein, beschimpft und beleidigt die Fahrgäste und zerrt bei einem Halt die Jugendliche zurTür und wirft sie und ihr Fahrrad auf den Bahnsteig. Das Mädchen wird leicht verletzt.

    Quelle: DDP

    22.06.10

    Vor dem Spiel Ghana-BRD greifen in Berlin zwei Deutsche gezielt einen Schwarzen in einer U-Bahn an, prügeln auf ihn ein und beleidigen ihn rassistisch, nachdem sie sich über das anstehende Spiel ebenfalls rassistisch unterhalten haben. Sie fügen dem 31jährigen eine Platzwunde im Gesicht und Prellungen am Kiefer zu, bis er sich mit einer zerbrochenen Flasche zur Wehr setzt. Die herbeigerufene Polizei leitet nicht nur Ermittlungen gegen die Angreifer ein, sondern auch gegen das Opfer.

    Quelle: „Tagesspiegel“

    21.06.10

    Vier deutsche Fußballfans greifen in Saarbrücken eine Gruppe Schwarzer an, nachdem sie eine überdimensionale Deutschlandfahne über die Gruppe ziehen. Auf den Protest der Schwarzen hin zieht einer der Deutschen ein Messer und sticht auf drei Männer ein. Er verletzt sie leicht und flüchtet mit seinen Kameraden. In Halle attackieren Fans einen Autofahrer. Sie zerren ihn aus seinem Wagen, nachdem sie zunächst das Auto bedrängen und mit Böllern bewerfen.

    Quelle: DDP

    21.06.10

    Eine Gruppe junger Deutscher reißt eine DDR-Fahne vom Wagen eines 29-Jährigen in Dresden und greift den Besitzer der Fahne mit Tränengas an. Sie verletzen ihn damit an den Augen und den Atemwegen.

    Quelle: „Dredner Neueste Nachrichten“

    21.06.10

    Bei diversen Autokorsos nach dem Spiel BRD-England werden mehrere Menschen verletzt. In Bremerhaven schießt ein unbekannter verletzt mit einer Luftdruckwaffe einen 19jährigen und eine 21jährige Frau, in Mönchengladbach fahren vier Fahrzeuge eines Autokorsos ineinander. Acht Personen werden verletzt. Bei einem Autokorso in Mülheim an der Ruhr fallen zwei auf dem Rücksitz stehende 16jährige bei einer Kollision aus einem Cabrio und ziehen sich schwere Verletzungen zu.

    Quelle: DDP

    21.06.10

    Weil der BRD-Nationalspieler Ballack sich bei einem Foul von dem Schwarzen Fußballer Kevin Boateng massiv verletzte, wird er in TV und Printmedien rassistisch angegriffen. Sein Bruder Jerome Boateng, beklagt sich über rassistische E-Mails und Kommentare in Internetforen: „Es kann nicht sein, dass so viele Menschen im Internet Seiten gründen und rassistisch werden. Was meinen Sie, wie viele E-Mails mein Berater erhalten hat, deren Inhalt gegen mich gerichtet ist und rein nichts mit Fußball zu tun hat“, sagte Jerome Boateng, „das kann ich nicht verstehen, da werde auch ich wütend“.

    Quelle: „Die Zeit“, Laut gegen Nazis

    28.05.10

    Die NPD rüstet für die Fußball-Weltmeisterschaft, allerdings nicht wie 2006 mit offenem Rassismus gegenüber nicht-deutschstämmigen Nationalspielern, sondern mit einem entschärften WM-Planer: „Laßt stolz unsere Fahne weh`n – wir woll`n Deutschland siegen seh`n“. Auch die DVU verbreitet ein Flugblatt zur WM: „Wir sind 365 Tage im Jahr für sie da – Auch nach der WM sollten wir stolz auf unser Land sein dürfen“ steht neben einem überdimensionierten Fußball. Neofaschistische Bands sind weniger zurückhaltend. Die Nazi-Band Kategorie C – Hungrige Wölfe singt vom „Auf-die-Jagd-gehen“, in einem „Afrika-Song“ gibt sie Affenlaute und Tarzangeschrei von sich, lobt die Kolonialzeit und hetzt gegen Schwarze als „aidsverseuchte Aasgeier“.

    Quelle: npd-blog.info

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    Juli 11th, 2010 at 7:59 pm

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    Ende im Gelände

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    So ganz nebenbei haben wir hier noch ein paar Infos zur anderen Seite der WM:

    Teil 1

    Teil 2

    Teil 3

    Teil 4

    Teil 5

    Und wie in der letzen Sendung angekündigt:

    Argumente gegen das Deutschlandlied

    Written by Inforadio Jena

    Juli 8th, 2010 at 11:41 am

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    Sommerloch?

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    Jaja, leider hat es uns auch erwischt. Eben hat es noch geschneit, jetzt ist es schon wieder unterträglich heiß draußen. Deutschland wird wieder nicht Weltmeister der Männer-WM, also haben wir dazu zum Glück nichts mehr zu sagen. Im Herbst wird es dann wieder heiß her gehen. Den 3. Oktober sollte mensch sich schon mal in den Kalender eintragen. UND ab Oktober haben wir dann auch endlich einen festen Sendeplatz. Bis dahin wünschen wir euch einen schönen Sommer ohne Nationalismus und ähnlichen Scheiß. Am Samstag gehts dann hoffentlich nochmal nach Gera und hoffentlich nicht alleine.

    Also: stay active. Auf einen heißen Herbst.

    ddp

    Written by Inforadio Jena

    Juli 8th, 2010 at 11:27 am

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